Podometrie oder Pedobarographie- die Fußabdruckmessung als ganzheitliche Fuß-Diagnose
Der Fußabdruck sagt sehr viel über die Fußgesundheit aus. Durch die Darstellung der genauen Lastverteilung beim Auftreten, aber auch bei der Abrollbewegung, spiegelt die Podometrie die Situation der Gelenke, Sehnen und Weichteile im Fuß wider. Schmerzen oder Fehlstellungen führen beim Fußabdruck zu einer sofort sichtbaren Änderung.
Wie funktioniert die Podometrie (Pedobarographie)?
Schon immer machten sich Orthopäden podometrische Verfahren zu Nutze, wenn sie etwa die oft asymmetrischen Abnutzungsmuster an den Schuhsolen ihrer Patienten in die Diagnose einbezogen.
Die computergestützte Auswertung von Fußabdrücken mittels moderner podometrischer Messtationen folgt diesem Prinzip, bringt aber wesentlich detailliertere Resultate.
Auch Gleichgewichtsstörungen oder Koordinationsstörungen - also Symptome aus dem neurologischen Bereich - können mittels Podometrie exakt dargestellt werden.
Das mach die Podometrie zu einer universellen orthopädischen Diagnise methode. Podometrie zeigt gesundheitliche Probleme nicht nur im Bereich Knochen, muskeln, Sehnen und Gelenke. bei der Auswertung des Abrollverhaltens bei der Schrittanalyse zeigt Podometrie auch Details aus der Motorik, der Koordination und des Zusammenwirkens von Nervensystem und Bewegungsystem.
Podometrie misst also die Lastverteilung des Fußes im Stehen. Podometrie zeigt diese Lastverteilung aber auch dynamisch: beim Gehen und Abrollvorgang des Fußes.
Die podometrische Messtation ist dabei eine komplexe apparative Diagnosemethode. Für die Auswertung der Podometrie oder Pedobarographie benötigt man das Expertenwissen des Fuß- und Sprunggelenksspezialisten.
In welchen Fällen wird Podometrie (Pedobarographie) eingesetzt?
Podometrie kann alle medizinisch relevanten Vorgänge im Fuß, Sprunggelenk, Knie sowie der Statik der Beinachse abbilden.
- Fersensporn
- Hallux valgus
- Hallux rigidus
- Arthrose der Fußknochen
- Fehlstellungen im Sprunggelenk
- Fehlstellungen im Knie
- Instabilität in Fuß und Sprunggelenk
- Stoffwechselprobleme (diabetischer Fuß)
- Koordinationsprobleme
- Gleichgewichtsprobleme
- Motorische Störungen beim Abrollen des Fußes
Was sind die Vorteile der Podometrie (Pedobarographie)?
Podometrie gehört gemeinsam mit den bildgebenden Verfahren - Röntgen, Ultraschall MRT - zu den grundlegenden und wichtigsten Diagnosemethoden des Fuß und Sprunggelenksspezialisten.
Trotz der entscheidenden medizinischen Vorteile der podometrischen Messung werden die Kosten dieser Diagnosemethode noch nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Im Einzelfall beraten wir sie gerne über Ihre Erstattungsmöglichkeiten. Die Kosten für eine eingehende podometrische Untersuchung liegen für Selbstzahler bei 60.-€
Anders als bei den bildgebenden Verfahren erhält der Orthopäde bei der Podometrie einen detaillierten Einblick in die funktionellen Aspekte der Fußgesundheit.
Während Röntgen nur statische Bilder des Skeletts liefert, kann mit Podometrie auch die Funktion, die Koordination, der Gang, also die nicht rein skelettbezogenen Aspekte der Fußgesundheit dargestellt werden.
Podometrie ist dabei nichtinasiv, kommt ohne Strahlung aus, und hat für den Patienten keinerlei nachteilige Folgen.
Literaturangaben
- The Identification and Treatment of Gait Problems in Cerebral Palsy (Clinics in Developmental Medicine). (2009) (2 ed). Mac Keith Press.
- Castro, W., Jerosch, J., Grossman, T., Jerosch, J. & Grossman, T. W. (2001). Examination and Diagnosis of Musculoskeletal Disorders: Clinical Examination - Imaging Modalities (1 ed). Thieme.
- Klenerman, L. & Wood, B. (2005). The Human Foot: A Companion to Clinical Studies (1 ed). Springer.
- Wulker, N., FRCSIMater, M. M. & III, M. D. (1998). An Atlas of Foot & Ankle Surgery (1st ed). Martin Dunitz.
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